Gaza Mon Amour

Palästina, FR, D, PT 2021, 88 min, Arabisch mit dU | Regie: Arab Nasser, Tarzan Nasser

Es gibt kein Palästina ohne Israel. Was für die realpolitische Situation gilt, das trifft auch übertragen auf die Filmindustrie zu: nahezu unmöglich scheint es, einen palästinensischen Film zu finden, der nicht irgendwie Bezug auf den Nachbarn Israel nimmt. Gaza Mon Amour zeigt, dass es auch anders geht. Die Produktion der Nasser Brüder entzieht sich klug wie überraschend allen Nahost- Stereotypen, ist aber dennoch gesellschaftspolitisch relevant und auch an Liebe interessiert. Es gelingt die Menschen in den Vordergrund zu rücken anstatt das Land, in dem sie sich befinden. Die Brüder Nasser haben mit Gaza Mon Amour einen Film gedreht, der für ein Genre steht, das es eigentlich gar nicht gibt: Normales palästinensisches Arthouse-Kino.

Der 60-jährige Issa (Salim Dau), ein alter Fischer aus dem Gaza-Streifen ist heimlich in die geschiedene Marktverkäuferin Siham (Hiam Abbass) verliebt, die mit ihrer Tochter Leila (Maisa Abd Elhadi) auf dem Markt arbeitet. Eines Tages findet Issa in seinem Fischernetz die Statue des Gottes Apollo. Allerdings mit einem erigierten Penis. Dieser Fund ist nur der Anfang einer Reihe kurioser Ereignisse. Zunächst versteckt Issa seinen Fund. Dann merkt er, dass sich durch die Figur sein Leben verändern wird, denn eine solch obszöne Figur ruft die Sittenpolizei des Gaza-Streifens auf den Plan. Issa muss einen Gang zulegen, um sich aus den Fängen der Behörden zu befreien und gleichzeitig endlich sein Liebesleben in den Griff zu bekommen. Er findet den Mut, die Witwe Siham anzusprechen ... .

Zweiter Spieltermin am Di, 27.2. – 19:30

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