Namrud

2018 Jährte sich  zum 70. Mal die Gründung des Staates Israel. Für viele ein Grund zum Feiern, für andere wiederum nicht ...

 „Namrud“ ist ein Film über den mutigen Individualisten Jowan Safadi, der von den politischen, künstlerischen und sozialen Entwicklungen in seiner Gesellschaft frustriert ist. Der bekannte Palestinensisch-Israelischer Musiker und alleinerziehende Vater nutzt seine Musik, um die verhärteten Fronten in der konfliktgeprägten Region aufzurütteln. Ein Film über innere und äußere Grenzen und die Frage, ob ein Einzelner Veränderungen in seiner Gesellschaft einleiten kann.

Namrud
Fernando Romero Forsthuber I AT / PS, 2017 I 95 min I OFmdU    

Jowan Safadi, israelischer Palästinenser, lebt in Haifa und ist ein im nahen Osten bekannter Musiker und wahrer Freigeist. Mit seiner Band Fish Samak liefert er Lieder die politischen und sozial-kritischen als auch emotionalen und philosophischen Kontext beinhalten. Jowan hat keine Angst seine Gedanken frei zu äußern und damit auch tabuisierte Themen anzusprechen. Seine Texte – eingehend und provokant – haben in vielerlei Hinsicht kontroverse Reaktionen hervorgerufen: Einerseits wurde er von der israelischen Polizei der “Anstiftung zum Terrorismus” angeklagt, andererseits endete seine letzte Tour durch Jordanien im Gefängnis und dem Vorwurf der Verhetzung.

Von kurzem ist jedoch sein 15-jähriger Sohn Don zu ihm gezogen. Nun muss sich Jowan einer ganz neuen Herausforderung stellen: Auf der einen Seite heißt es, weiterhin für seine Ideale und seine Musik zu kämpfen, gleichzeitig aber auch väterliche Verantwortung zu übernehmen und seinem Sohn ein passendes Umfeld zu bieten.

Dokumentarfilmer Fernando Romero Forsthuber hat Safadi mit der Kamera durch seinen Alltag begleitet. Er zeigt einen Mann zwischen Konzerten, Musikvideo-Drehs, politischen Fernsehdiskussionen und Demonstrationen auf der einen Seite und Strandspaziergängen mit seinem Sohn, Besuchen in dessen Schule und bei seiner Familie sowie Anfeuerungsrufen am Boxring seines Sohns auf der anderen Seite. Quasi im Vorbeigehen erhascht der Zuseher nicht nur einen intimen Blick in die sich entwickelnde Beziehung zwischen Vater und Sohn. Die Doku wartet auch mit Einblicken in die Zerrissenheit und Dynamik eines Landes und seiner Bewohner auf.

 

              

weiterlesen ... weniger Text