Abschaffung der politischen Parteien

Die Parteien, die Demokratie und das Gemeinwohl. Simone Weils Traktat “Notizen zur Abschaffung der politischen Parteien” in der Sicht von Marianne Gronemeyer, Walter Buder, Jürgen Thaler, Wolfgang Palaver,  Mathias Strolz (angefragt) und des Herausgebers ind Übersetzers Willibald Feinig

Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit ist ein hohes politisches Gut. Aber der Schaden, den politische Parteien u.ä. anrichten, scheint größer als ihr Nutzen: Sie beeinträchtigen das verantwortliche Denken der Einzelnen, ordnen die Sorge um das allgemeine Wohl dem Streben nach mehr Macht unter und behindern das stets neu notwendige Ringen um Verbündete.

Zu diesem Schluss  kommt die Denkerin Simone Weil (1909 – 1943) - entsetzt über die Wehrlosigkeit ihres Landes gegenüber dem Nationalsozialismus - in ihrer im Untergrund geschriebenen Note sur la suppression générale des partis politiques (Notizen zur Abschaffung der politischen Parteien).

Es handelt sich nicht um eine Verklärung des Individuums und nicht um eine Utopie, sondern um eine grundsätzliche Besinnung auf den Preis und die Voraussetzungen der Demokratie. Achtzig Jahre nach dem Tod Weils erinnert der Text daran, dass Krisen wie die derzeitige dreifache Weltkrise geistige, seelische und materielle zugleich sind - und menschengemacht. Er zerstört die Illusion, sie könnten durch Parteien, neue wie alte, durch Denkverbote und Parteilichkeit gelöst werden.

Der herausfordernde Traktat ist posthum zuerst erschienen in Albert Camus' Reihe Espoir. Um seiner Bedeutung wie seiner Zeitbedingtheit gerecht zu werden, hat der Herausgeber Willibald Feinig seiner Übersetzung das Original gegenübergestellt und mit Fußnoten versehen.

Bei der Präsentation am Spielboden legen die Soziologin und  Denkerin Marianne Gronemeyer, der Weil-Kenner Walter Buder, der Leiter des F. M. Felder-Archivs  Jürgen Thaler, der Innsbrucker Professor für politische Theoogie Wolfgang Palaver und der der Partei-Gründer Mathias Strolz (angefragt) ihre Meinung zum Gedankengang von Simone Weil dar. Abschließend geht der Herausgeber auf ihre Sicht ein.

Buchhinweis:

Simone Weil,  Notizen zur Abschaffung der politischen  Parteien / Note sur la suppression générale des partis politiques. Dt.-frz., übersetzt und herausgegeben von Willibald Feinig.

Wien  (Verlag Bibliothek der Provinz), 2022. 64 S., geb. ISBN  9 78 399126113 1