Epicentro

AT / FR, 2020 - 109 Minuten, OmdU

Drehbuch, Regie: Hubert Sauper | Schnitt: Yves Deschamps, Hubert Sauper | Sound design: Veronika Hlawatsch | Musik: Zsuzsanna Varkonyi, Maximilian´Twig´ Turnbul | Kamera: Hubert Sauper

Hubert Sauper – Regisseur des Sundance-Preisträgers WE COME AS FRIENDS und des Oscar® - nominierten DARWIN’S NIGHTMARE – liefert mit seinem neuen Film EPICENTRO, ein eindringliches und metaphorisches Porträt des postkolonialen, „utopischen“ Kubas. Der Regisseur erkundet und befragt Menschen in Havanna – hört und sieht besonders die Kinder, die „jungen Propheten“ – die von einem Jahrhundert des Interventionismus und der Mythenbildung erzählen – und hinterfragt damit Zeit, Imperialismus und die Kunstform Kino an sich.

Am 15. Februar 1898 explodierte im Hafen von Havanna das Kriegsschiff "USS-Maine", angeblich durch einen Angriff der Spanier, wie es von Seiten der USA hieß. Die Explosion kostete 266 Menschenleben, war Anlass für den amerikanisch-spanischen Krieg und markierte zugleich den Beginn des US-amerikanischen Imperialismus, der untrennbar mit dem Aufstieg des Kinos verbunden war. Das Medium Film als Progandawerkzeug, wie Hubert Sauper in seinem Film anhand zahlreicher Archivbilder zeigt.

"Die allerersten Filme, in denen die Amerikaner zu sehen waren, wurden allein zu Propagandazwecken gedreht. Sie waren rund eine Minute lang und dienten lediglich dazu, das spanische Imperium, die Spanier und Latinos zu diabolisieren", erzählt Hubert Sauper, der mit der Überblendung von einst ins heutige Kuba auch die Täuschung als größte Waffe des Kinos offenbart.

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Video-Playlist: Epicentro