Les Invisibles - Der Glanz der Unsichtbaren

FR 2018 - 102 Minuten, OFmdU

Den Blick nicht abzuwenden, sondern hinzusehen und aktiv zu werden, ist sowohl eine Aufgabe der Gesellschaft als auch des Kinos. Insbesondere das Subgenre des Sozialdramas widmet sich seit jeher dieser Bestimmung – und vermag sein Publikum im Idealfall zum Handeln im echten Leben zu animieren. Der französische Filmemacher Louis-Julien Petit legt mit „Der Glanz der Unsichtbaren“ einen eindrücklichen Subgenrebeitrag vor: Auf Basis des Sachbuchs „Sur la route des invisibles“ und des Dokumentarfilms „Femmes invisibles: survivre dans la rue“, beide von Claire Lajeunie, gibt Regisseur Petit uns einen wirklichen Einblick in diese Welt der Ausgegrenzten, die man so gern unsichtbar haben will. Die obdachlosen Frauen zeigen uns mit welchem Lebensmut sie ihre Lage meistern. Und das gelingt deshalb so überzeugend, weil sehr viele Laien mitwirken, die selbst wohnungslos sind.

Vier Sozialarbeiterinnen bleiben drei Monate, um die Frauen anderweitig unterzubringen. Und dazu ist ihnen jedes Mittel Recht. Ihr größter Erfolg aber ist der gemeinsame Kampf. Heimlich machen sie die Tagesstätte zu einem Heim für ihre Klientinnen und tun alles, um ihnen Jobs zu verschaffen. Trotz der immer wieder dargestellten Situationskomik wird nichts verniedlicht, die wirkliche Lage der Obdachlosen bleibt erhalten, wird keinen Augenblick lang banalisiert, um den Film auf eine billige Weise unterhaltsam zu machen.

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