Brendan Adams

Ort und Zeit
  • Sa, 24. Apr 2021, ab 18.00 Uhr
  • Eintritt: VVK 16,– (zzgl. VVK-Gebühr) / AK 19,–
  • Großer Saal
  • Konzert

Ist ‚Buttons‘, das neue Album des südafrikanischen Song- writers Brendan Adams, welches am 15.04.21 auf CD und limitierter Doppel-Vinyl erscheint, eine Platte, die einmal mehr die Umstände und Einflüsse des Lockdowns auf die Musik erzählt? Eigentlich nicht, schließlich hat Brendan Adams schon vor der Pandemie das Projekt BADAMS53 gestartet und für jede Woche des Jahres jeweils einen Song veröffentlicht. Eine Auswahl aus 20 Songs schaffte es später schließlich aufs neue Album. Viel Musik also, die möglicherweise aufkommendem Schwermut mit dem Vehikel kreativen Outputs durchaus entgegen- zutreten vermag. Zu dem es Brendan Adams sowieso gar nicht erst kommen lässt, so viel sei vorweg gesagt.

Clevere Rhythmen treffen immer wieder auf unwiderstehliche Melodien und doch legt sich Brendan Adams auf seinem 5ten Werk nicht fest, sondern pro- duziert mit spürbarer Leichtigkeit größtenteils einfach nur diese Art von Songs, bei denen man die Schuhe schon am Boden festtackern müsste, damit hier nichts ins Wippen gerät. Die schon erwähnte Lässigkeit erschließt sich zum größten Teil aus der Entstehungsgeschichte von ‚Buttons‘, bei der Songs zwi- schen der südafrikanischen Heimat und Österreich ohne größeren Zeitdruck hin- und hergeschickt wurden, bis ein Gesamtwerk mit Einflüssen aus den USA, Ghana, Brasilien und ganz Europa fertiggestellt werden konnte. Produk- tion in erschwerten Zeiten, wobei die digital solitäre Spielfreude den finalen Pragmatismus langer Studio-Sessions durchaus positiv zu ersetzen vermag. Und am Ende zu intimen Stücken wie dem Titelsong geführt hat, wie auch zum herrlich verschleppten Beat von „Somewhere Else“, dem gar nicht mal so verregneten Jazz von „Oh The Rain“ oder einer nicht ganz so handzahmen E-Gitarre in „We Tend To Expect“. Überhaupt nimmt Brendan Adams im Laufe der Songfolge bewusst die Fahrt heraus und lässt eher dunkel bluesige Lang- samkeit regieren, so als würde man sich mitten im Wechsel der Jahreszeiten befinden. Ein durchaus berechtigter Eindruck übrigens, hat ‚Buttons‘ doch gute 365 Tage Produktionszeit auf dem Buckel, die sich im Songwriting oft genug niederschlagen.

Nicht zuletzt der Erscheinungszeitpunkt wird aber wohl dennoch dafür sorgen, dass man sich diesem reifen Singer/Songwriter-Werk eher hoffnungsvoll, als herbstbetrübt nähert. Und ganz gleich welchen Himmel sich Brendan Adams zum Beispiel bei der wundervollen Ballade „Call Me If You Need Me“ gedacht hat, wird man beim Hören hinter geschlossenen Liddeckeln wohl kaum eine Wolke sehen.