Begreifen - Franz Pöhacker

Ort und Zeit
  • Mi, 26. Okt 2016, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film

BEGREIFEN fokussiert das scheinbar Nebensächliche und doch Zentrale am künstlerischen Schaffen: die Wahrnehmung, das Warten, das Nachdenken und die sinnliche Erfahrung, ohne die es keine künstlerische Form geben kann.
Seit über 70 Jahren widmet der Bildhauer Franz Pöhacker sein Leben der Kunst. Er studierte in den 1950er Jahren bei Fritz Wotruba und ist Zeitgenosse und Kollege von Herbert Albrecht und Johannis Avramidis.
Daniel Pöhacker hat seinen Vater über viele Jahre mit der Kamera begleitet – im Atelier, bei Ausstellungseröffnungen oder auf Reisen - Der Film verwebt diese Bilder, Töne, Gespräche - montiert sie assoziativ, nicht linear. Er tut dies langsam, verweilt. Es gibt Passagen, in denen fast nichts zu geschehen scheint. Toncollagen ohne Bild - und Bildsequenzen ohne Ton. Der Film selbst nimmt sich künstlerisch Freiheit, sucht nach neuer Form.

“…wenn etwas ‚Form’ hat, trägt es etwas von Dauerhaftigkeit und Hoffnung in sich... Die Form hat etwas Positives an sich, weil sie von der schöpferischen Kraft des Menschen zeugt. Die Form ist der Feind der Zerstörung.“ (Franz Pöhacker)

Der Film, der sich nicht als Porträtfilm versteht, will denkbar wenig erklären: Der Chronologie eines Lebens mit Erfolgen oder bedeutenden biografischen Eckdaten wird kaum Beachtung geschenkt. Dafür dürfen wir dabei sein, mit allen Sinnen, wo Kunst tatsächlich entsteht. Dort, wo es normalerweise sehr einsam ist: In der Stille einer Werkstatt, wo Arbeitsgeräusche und Gedanken zur Musik werden. Wo man sich selber zuhört und etwas Größeres wichtig nimmt.

Der Künstler nimmt sich Zeit - und der Filmemacher tut es - sie fordern uns auf, es auch zu tun.

Österrech 2015 | Regie: Daniel Pöhacker | 83 Minuten