Neue Spielräume – Sexualität und Autonomie unter patriarchaler Kontrolle

Ort und Zeit
  • Do, 21. Mai 2015, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: VVK 6,- (zzgl. VVK-Gebühr) / AK 7,-
  • Großer Saal
  • Gespräch, Vortrag

Die gesellschaftliche Bewertung von sexueller Identität hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder geändert: Ist es mancherorts heute möglich als Lesbe, Schwuler, Bisexuelle_r, transgender oder queere Person unbescholten zu leben, wird dies in vielen Ländern als „Verbrechen“ betrachtet – wenn jemand nicht in das heterosexuelle Schema passt. Die Bandbreite der Gesetzeslage ist weltweit uneinheitlich und reicht von vollständiger Gleichstellung, Antidiskriminierungsgesetzen, Eingetragenen Partner_innenschaften, Öffnung der Ehe mit mancherorts zugelassener Adoption bis zu Verfolgung und Todesstrafe.

Das Spektrum rund um das Thema sexuelle Identität birgt eine Reihe Fragen in sich:

Wie sichtbar darf eine Lesbe sein? Wieso werden bisexuelle Menschen von der LGBTI Bewegung ignoriert? Wieso ist die Suizidrate unter homosexuellen Jugendlichen höher? Bewegt sich sexuelle Identität nur innerhalb der Frau-Mann Dichotomie und was sind die Gründe dafür? Welchen Einfluss haben Staat und Religion auf die Vorgaben der sexuellen Freiheit? Wie sieht es mit Asyl für LGBTI Flüchtlinge aus? Welche Rolle spielen Migrant_innen-Communities, welche oftmals mit Herkunftskultur, patriarchalen Familienstrukturen und religiösen Motiven im Leben von LesBiSchwulen und TransGender Migrant_innen verbunden werden?

Anhand dieser Fragen soll die Emanzipationsgeschichte der sexuellen Vielfalt nachgezeichnet und in ihrem historischen Entstehungskontext verortet werden.  Konzepte der Normalisierung, der Politisierung(en) und der Therapeutisierung machen dabei „Sexualität“ als veränderliches Arrangement von Körpern und Subjektivierungsweisen beschreibbar.

Ewa Dziedzic, geboren 1980 in Polen, studierte in Wien Philosophie, Publizistik und Politikwissenschaft. Sie war Lektorin am Institut für Politikwissenschaft und ist Aktivistin bei Grüne Andersrum sowie Sprecherin der Grünen Frauen Wien. Sie ist Mitbegründerin und (ehemaliges) Vorstandsmitglied u.a. von ViennaMix und MiGaY (Verein zur Förderung und Integration von lesbischwulen und transgender Migrant_innen) sowie von CSD Vienna (Organisation Vienna Pride).