Ari Rath: Ari heißt Löwe

Ort und Zeit
  • Mo, 8. Dez 2014, ab 11.00 Uhr
  • Eintritt: 8,–
  • Großer Saal
  • Literatur, Gespräch

Moderation: Peter Niedermair

Der 1925 in Wien geborene langjährige Chefredakteur der „Jerusalem Post“ hat seine Erinnerungen veröffentlicht.

Der gelernte Historiker Ari Rath musste bereits in Kindheitstagen die Barbarei der Intoleranz kennen lernen: Der 1925 geborene Sohn galizischer Juden musste 1938 nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich mit mit seinem Bruder fliehen. Damals war er Schüler des renommierten Wasa-Gymnasium im Alsergrund. Raths Vater wurde in ein KZ deportiert, die Mutter war bereits verstorben. In Palästina war er Gründungsmitglied des Kibbuz Chamadiya in Palästina.

1957 trat Rath in die Redaktion der „Jerusalem Post“ ein, deren Leitung er 1975 übernahm, vier Jahre später wurde er auch deren Herausgeber. In dieser Phase – Rath schied 1989 aus – schuf er mit „seiner“ Zeitung ein weithin, auch international angesehenes liberales Blatt, welches sich für Versöhnung im Nahen Osten engagierte. Ebenso machte sich der liberal gesinnte Journalist um den Dialog zwischen Israel und Österreich bzw. Deutschland verdient.

Der Journalist Ari Rath war oft Zeuge einschneidender Ereignisse in Politik und Zeitgeschichte, die er nun in einem sehr persönlichen Buch aufgeschrieben hat. Er berichtet darin vom „Anschluss“ und der Flucht aus Österreich, vom harten Leben im Kibbuz, von seinen Jahren in den USA im Dienst der zionistischen Jugendbewegung und dem mühsamen Aufbau des Staates Israel. Und er erzählt von seiner Zeitung, der „Jerusalem Post“, bis zum Ende seiner Tätigkeit als Chefredakteur das Sprachrohr eines politisch liberalen Israel, und seinen Begegnungen als Journalist mit Adenauer und Ben-Gurion, Brandt, Schmidt und Sadat.

Foto: Ari Rath 2012 © Paul Zsolnay / Leonhard Hilzensauer