Vielen Dank für nichts

Ort und Zeit
  • Fr, 14. Nov 2014, ab 19.00 Uhr
  • Eintritt: 8,–
  • Kinosaal
  • Film

In Kooperation mit der Lebenshilfe Vorarlberg

Regie: Oliver Paulus und Stefan Hillebrand, Spielfilm, CH/D 2013, 95 min, dt. OF

Ein nach einem Unfall querschnittsgelähmter und verbitterter Mann schöpft in einem Südtiroler Pflegeheim neuen Lebensmut. Er verliebt sich in eine Pflegerin und überfällt mit zwei behinderten Heimbewohnern die Tankstelle, in der ihr Freund arbeitet. Liebenswerte, von den Laiendarstellern solide gespielte Underdog-Komödie. (filmdienst)

Vielen Dank für Nichts gehört zu einer neuen Generation von Filmen, die sich nicht mehr damit begnügen, tränenreich von Behinderten zu erzählen. (Die Zeit)

 

Gesehen oder Nicht-Gesehen werden

In ihrem Film Me too – Wer will schon normal sein? haben die Regisseure Álvaro Pastor Gaspar und Antonio Naharro den Kampf um gesellschaftliche Anerkennung und Respekt eines Mannes mit Down-Syndrom beschrieben. Sie konzentrierten sich auf die Reaktionen seiner Mitmenschen und sein Werben um eine hübsche Arbeitskollegin. Und im letzten Jahr erzählte die belgische Komödie Hasta la vista im Stil eines Roadmovies von drei Behinderten, die endlich Sex haben wollten.

Mit seinem Film Vielen Dank für nichts setzt das Regie- und Drehbuch-Duo Stefan Hillebrand und Oliver Paulus die mitleidslose und offene Perspektive dieser Filme fort, setzt in der Geschichte aber früher an: Nach einem Snowboardunfall sitzt Valentin (Joel Basman) im Rollstuhl und gibt vor allem seiner Mutter die Schuld dafür. Er hadert mit sich, mit seinem neuen Leben und jedem in seinem Umfeld. Und nun zwingt ihn seine Mutter auch noch, an einem Theaterprojekt für Behinderte teilzunehmen, bei dem Hamlet aufgeführt werden soll, und er in dieser Zeit in einem Wohnheim leben soll. Anfangs ist Valentin sehr darauf bedacht, auf den Unterschied zwischen den anderen Bewohnern, den „Spastis“ und sich selbst hinzuweisen, er ist genervt von der Sozialpädagogin Katja (Isolde Fischer), von seinem Zimmer inklusive Windeln, seinem Zimmergenossen, dem „Vollspasten“ Titus (Bastian Wurbs), und den Theaterproben. Dann verguckt er sich in die Pflegerin Mira (Anna Unterberger) – und plötzlich scheint nicht mehr alles schlecht zu sein. Allmählich findet er sich in seinem Umfeld zurecht, freundet sich mit Titus und Lukas (Nikki Rappl) an und nun könnte der Film seinen konventionellen Gang gehen, nach dem Valentin durch seine Freunde und seine Verliebtheit wieder einen Sinn im Leben entdeckt. Obwohl sie sich grundsätzlich an Konventionen halten, machen es sich Hillebrand und Paulus nicht ganz so einfach: Als Valentin erfährt, dass Mira einen Freund hat, der laufen kann, gut aussieht, BWL studiert, über Geld verfügt und an einer Tankstelle arbeitet, beschließt er, diese Tankstelle zu überfallen, um seinem Rivalen eine Lektion zu erteilen! Zusammen mit seinen neuen Freunden macht er sich daher an die Vorbereitung und Durchführung dieses aberwitzigen Plans.

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Video-Playlist: Vielen Dank für nichts