Willi Resetarits - Stubnblues

Ort und Zeit
  • Do, 3. Mai 2012, ab 20.30 Uhr
  • Eintritt: 28,- /24,-
  • Konzert





Wenn es den Willi nicht schon längst gäbe, müsste man ihn glatt erfinden. Diesen Willi Resetarits, der spätestens als Donau-Phantom „Ostbahn-Kurti“ eine kuriose Kunst- und Kultfigur schuf, die ihn endgültig „weltberühmt in Österreich“ machte.

„Stubnblues“ nennt sich Willi Resetarits’ aktuelle Gruppe, die Ostbahn-Kurtis „Chefpartie“ und „X-tra-Combo“ folgte . Und weil der Willi aus Erfahrung weiß, dass „eine gut erfundene Geschichte wahrer ist als eine die sich tatsächlich zugetragen hat”, ist auch die Existenz des „Stubnblues“ eine Folge von musikalischen Gschichtln.

Und wenn Willi Resetarits und seine sechs Musiker Wiener Lied und weite Welt kurzschließen, dann schmilzt der Schmäh und es wärmt sich das Gemüt der anwesenden Zuhörerschaft!

www.williresetarits.at/projekte/stubnblues.php


Pressetext:
Wenn es den Willi nicht schon längst gäbe, müsste man ihn glatt erfinden. Diesen Willi Resetarits, der spätestens als Donau-Phantom „Ostbahn-Kurti“ (er promovierte später als „Obermedizinalrat“ zu „Dr. Kurt Ostbahn“ und zum „Doktor der Önologie“, also der Weinkunde) eine kuriose Kunst- und Kultfigur schuf, die ihn endgültig „weltberühmt in Österreich“ machte.


Als Vertrauenswürdenträger Wiens, als Vertreter für Haltung und Unterhaltung. Aber wer die Chance hatte, diesen Fachmann für Witz und Wärme, für Soul und Seelenruhe mit seiner einfallsreichen Band in letzter Zeit auf einer Bühne zu erleben, war schlicht und ergreifend berührt von der Kunst, den „Stubnblues“ im Augenblick anheimelnd leuchten zu lassen: „Es gibt nix Bessers ois wos Guads!“, weiß der Altmeister.
„Stubnblues“ nennt sich Willi Resetarits’ aktuelle Gruppe, die Ostbahn-Kurtis „Chefpartie“ und „X-tra-Combo“ folgte . Und weil der Willi aus Erfahrung weiß, dass „eine gut erfundene Geschichte wahrer ist als eine die sich tatsächlich zugetragen hat”, ist auch die Existenz des „Stubnblues“ eine Folge von musikalischen Gschichtln.                                       

Auf der Alm, da gibt’s an Sound! So authentisch, dass er glaubwürdiger nicht sein kann. Lässig und locker tönt der, manchmal artgerecht hinter Rotweinflaschen und rotweiß-karierter Tischdecke kredenzt, mit herrlichem Weitblick auf die Hausberge der Poeten. Grossmeister H.C. Artmann begegnet man da ,neuerdings auch dem italienischen Cantautore Gianmaria Testa und gerade auf dem neuen Album vermehrt eigenen Ideen vom Salzburger Edelgitarristen Stefan Schubert und Unterinntal-Quetsch’nspieler Christian Wegscheider für eine Volksmusik, die jenseits „knorriger Bergfexe“ und nervender „Hüttengaudi“ einen dritten Weg sucht und findet. Das war, so will es die Saga, schon der Auslöser für den „Stubnblues“: Eingeschneit in einer Berghütte, sang sich der „Freundeskreis“ die Seele in den Leib.Und noch immer schmilzt der Schmäh, wenn Willi Resetarits und seine sechs Musiker Wiener Lied und weite Welt kurzschließen. Auch kroatische Lieder wehen herein, denn schließlich stammt Resetarits mit seinen Brüdern Lukas (dem Kabarettisten und absurden TV-Kommissar Kottan) und Peter aus einer kroatischen Familie im Burgenland. In Wiens „Mischkultur“ entfaltete sich seine Offenheit und sein politisches Engagement, die in der Agitprop-Gruppe Schmetterlinge („Proletenpassion“) schon 1969 das musikalische Ventil fand und bis heute in Asyl-Unterstützung (etwa mit seinem preisgekrönten „Integrationshaus“) mündet. Seine Unabhängigkeit hat sich der Proletenpensionär, der sich mal selbstironisch tiefstapelnd „Königstiger in Agonie“ nannte und seinen legendären Ruf mit der „langen Verweildauer“ in der Öffentlichkeit erklärt, bewahrt. Ungerührt hat er Etiketten wie „Bruce Springsteen aus Favoriten“ und „Pete Seeger Österreichs“ ertragen, und ist unverwechselbar geblieben, in der Fähigkeit mehr zu sein als ein Sänger, sondern spontanen Spott blitzen zu lassen: „Ich lasse alles zu“, sagt Resetarits. Als „Hawara“, als sympathischer Kumpel im vertraulich-verführerischen Tonfall eines begnadeten Geschichtenerzählers, an dem sich auch ein Bestsellerautor wie Wolf Haas geschult haben könnte. „Ideal sind die Geschichten, die so passieren“, sagt er. Pannen wie ein offenes Hosentürl, mit dem man auf offener Bühne Tabu-Themen „ventilieren“ kann. Denn, sagt der Willi listig, auch „Menschen mit Mundgeruch sind die einzigen, die seit 30 Jahren durch die Welt gehen, ohne dass sie es merken.“Wenn Resetarits erzählt, schwingt im Charme der Kalorienreichtum einer ganzen Hofkonditorei mit, wenn er sudert und singt in unrasierter Entspanntheit, wärmt die einhüllende Melancholie eines Mannes, der an der Liebe und am Lachen hängt. „no so vü“ vor hat der erfahrene Entertainer, Musiker und Aktivist, bevor ihn, wie er sagt, der „Buttenenhansl holt“. Aufhören kann er nicht, sich ändern will er nicht. Das beruhigt. Hat Resetarits doch schon vor langem als Losung ausgegeben: „Be a Mensch“. Auch das klingt authentisch und glaubwürdig.