Harri Stojka – Gitancœur d’Europe

Ort und Zeit
  • Do, 9. Feb 2012, ab 20.30 Uhr
  • Eintritt: 19,-/15,-
  • Konzert

 

Harri Stojka ist nicht nur ein Meister der Gitarre, sondern auch einer ganzen Reihe musikalischer Genres: Die Stationen seiner Entwicklung seit den 70er Jahren umfassen Rock, Blues, Jazz, Gypsy Swing und Roma Lieder. In diesen Aufnahmen kehrt er zu seinen Wurzeln zurück und verbindet sie mit seinen früheren musikalischen Inkarnationen. Wobei in diesem Fall “Wurzeln” eigentlich “Strassen” bedeutet – jene, denen seine nomadischen Vorfahren über Jahrhunderte zwischen Asien und Europa gefolgt sind. Ihre Musik wurde so zum Spiegel der Klangkünste ganzer Kontinente, die sie mit ihren eigenen Traditionen von Improvisation und Virtuosität verbanden. Harri Stojkas musikalische Laufbahn ist immer schon eine Fortsetzung dieser alten Reise gewesen, und sie hat auch ihn zu immer neuen Formen von “Weltmusik” geführt – und zur Zusammenarbeit mit herausragenden Musikern wie Mosa Sisic oder phantastischen Sängerinnern wie Jelena Kristic.
(Text: Matthias Goldmann)

Presse:
Der Meistergitarrist spielt in großer Besetzung europäische Klassiker der 
Roma-Musik. …. Jelena Krstic singt extrem beseelt und Gitarrist Stojka spielt einige seiner schnellsten Läufe ever. Die wirkliche Heimat des fahrenden Volks dürfte tatsächlich ihre Musik sein. So entspannt, so lebensfroh – auch in den melancholischen Passagen – hat man Stojka noch nie gehört. (Samir Köck)

Harri Stojka: „Mit meiner Musik bringe ich immer wieder die Geschichte meines Volkes dem Publikum näher und weise auch auf die musikalische Gegenwart hin. Denn wir, die Roma und Sinti, haben in unserer Musik unsere Heimat gefunden. Mittels der gesungenen Texte weise ich auch auf die Sprache unserer Vorfahren, ROMANES, hin.“ Mit Ausnahme: Emina ist ein Traditional aus Bosnien und Jelena Krstic singt diesen in bosnischer Sprache. 


Mit Gitancœur d’Europe unternimmt Harri Stojka den Brückenschlag zwischen den alten Traditionen und der sich ständig verändernden Welt der jungen Rom von heute. Diese Verbindung zwischen Altem und Neuem soll auch in der Musik zum Ausdruck kommen.
Es entspricht der Tradition der Roma und Sinti, Geschichten in Form von Liedern weiterzugeben und Gemeinschaft durch die Musik zu schaffen. Diese Tradition wollen wir in einer zeitgemäßen Form weiter tragen. Gitancœur d’Europe versteht sich nicht in der Konservierung von Überholtem, sondern als lebendiger aktiver Beitrag zur Musikkultur der Roma.

„Tradition bedeutet nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weiterreichen der Flamme,“
Thomas Morus (1478-1535)

Roma Musik als Tradition eines europäischen Kulturerbes:
Harri Stojkas Gitarre, Jelena Krstics Gesang und Geri Schullers Arrangements führen uns in die musikalische Welt der Roma in Europa! Es wurde Musik ausgewählt, die aus vielen Teilen Europas kommen. So auch Stücke von Harri Stojka selbst und seinem Vater, Mongo.

Bei der Auswahl hat uns Christiane Fennesz-Juhasz, Dr. phil.  vom Phonogrammarchiv Centre for Linguistics and Audiovisual Documentation Austrian Academy of Sciences, geholfen und beraten.
Bei der Textübersetzung Mozes F. Heinschink. Da diese Songs aus den verschiedensten europäischen Ländern kommen und es von Romanes keine einheitliche Schreibkultur gibt, da alles nur mündlich überliefert ist, hat er auch eine einheitliche Schreibweise gesucht!

Diese CD Produktion widmet Harri Stojka allen Roma, die vor 70 Jahren von der Hellerwiese im 10. Wiener Bezirk von der Gestapo verschleppt wurden. Nur wenige von ihnen überlebten. Der dortige Park wurde nach Harri Stojkas Urgroßmutter Baranka benannt, sowie ein Denkmal aufgestellt, das unter einem roten Kastanienbaum steht.