X-Mas - Sir Tralala & The Golden Glanders

Ort und Zeit
  • Di, 28. Dez 2010, ab 21.00 Uhr
  • Eintritt: 12,-/9,-

Wie es scheint hat Hebenstreit David aka. Sir Tralala, seines Zeichens musikalische Ausnahmeerscheinung aus Österreich, durchgeknalltes stilpluralistisches Alleinunterhaltergenie und Produzent mit Hang zu durchorchestriertem elektronisch-psychedelischem Songwriterwahnsinn, nun seinen Wandel zum Bandleader vollzogen und sich mit seiner Band "The Golden Glanders" ein nettes Refugium verschiedener international tätiger Musiker an Land gezogen.
Dieser Wandel wird nun vor allem live spürbar. Die Songs sind klangtechnisch reduzierter als sonst, nicht der Einsatz der sonst unzähligen ausgeklügelten Sounddesignspuren - welche üblicherweise für die grossen Dramatiken und musikalischen Explosionen sorgen - steht im Vordergrund, sondern die Hinzunahme der klassischen Rockbesetzung sowie bandinterne Dynamiken sorgen für eine interessante und druckvolle Neuumsetzung des teils bewährten Songmaterials.
Weniger hirnlastig und um einiges physischer als sonst geht es nun zu, schwitzend und extatisch arbeitet sich die Band durchs Programm. Aus dem Sir wird plötzlich ein Viech, und die Band knüppelt hinterdrein. Und dennoch gehen dabei die vielen subtilen Feinheiten seiner Musik nicht verloren. Es rockt vielmehr als sonst, hin und wieder kommt es zu Noiseausbrüchen und dennoch bleibt viel Raum zum Zuhören und auch der Wert liebevoller Songstrukturen bleibt.
Sir Tralala & The Golden Glanders schaffen eine unglaubliche Gratwanderung zwischen sensiblen Balladen und noisigem HardcorePunkrock, zwischen elektronischer Musik und progressiver Krautrockpsychedelik. Der Rahmen klassisch durchkomponierten Liedgutes hält alles geschickt zusammen, hindert die Musiker am Absturz und verbindet alle Elemente inklusive auseinandersetzungswürdigem textlichen Inhalt kunstvoll zu einem homogenen Ganzen.
Live werden hierbei massive Energien freigesetzt welche jedoch weniger mit dem Zorn jugendlicher Krawallmacher zu tun haben als mit dem Schöpfen aus einer bis zum Platzen gefüllten emotionalen Erfahrungsquelle eines (fast) erwachsen gewordenen Künstlers mit Geschichte.

 

 

 

 

 

 

 

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