Architektur der Erinnerung - Die Denkmäler des Bogdan Bogdanović

Ort und Zeit
  • Di, 1. Dez 2009, ab 19.00 Uhr
  • Eintritt: 7,-/4,-
  • Film

In Kooperation mit dem VAI

Regie: Reinhard Seiß, Wien 2008, 125 min, OF, digital

 

Bogdan Bogdanović – Jahrgang 1922, Architekt, Urbanist und Literat, Hochschulprofessor und ehemaliger Bürgermeister von Belgrad – schuf zwischen den 1950er und den 1980er Jahren 19 großmaßstäbliche surrealistische Monumente gegen Krieg und Vernichtung, verteilt über ganz Jugoslawien. Seine versöhnlichen Gedenkstätten – manche zeigen die Ausmaße antiker Städte, manche sind regelrechte Land Art-Projekte – verweigerten sich nicht nur gegenüber der sozialistisch-realistischen Doktrin jener Epoche, sondern auch gegenüber jeglicher politischen oder klerikalen Vereinnahmung. Schon während des kommunistischen Regimes von nationalistischen Eiferern angefeindet, wurde der Humanist Bogdanović mit Ausbruch des jugoslawischen Bürgerkriegs 1991 mit dem Tode bedroht und sein Werk zum Ziel mutwilliger Zerstörung. Die aktuelle Filmdokumentation des Stadtplaners und Fachpublizisten Reinhard Seiß portraitiert die kunsthistorisch einzigartigen Denkmäler des seit 1993 im Wiener Exil lebenden Surrealisten und setzt seine metaphorische Architektur mit dessen Literatur sowie mit der Geschichte und Gegenwart Jugoslawiens in Beziehung.

 

Reinhard Seiß, Studium der Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien, Dr. techn.; Tätigkeit als Planer in Österreich, Deutschland und Russland; filmische und fachpublizistische Arbeit zu urbanistischen Themen; schreibt u.a. für FAZ, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Die Presse (Spectrum); im Verlag Anton Pustet erschienen: „Wer baut Wien?“ (Salzburg 2007); Produktionen für Fernsehen und Hörfunk (u.a. arte, 3sat, DeutschlandRadio, Ö1); internationale Lehr- und Vortragstätigkeit; „Rudolf Wurzer Würdigungspreis“ für Raumplanung und Stadtentwicklung, Förderungspreis der Stadt Wien, Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung

 

Förderung durch ERSTE Stiftung, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Filmfonds Wien, Stadt Wien – Kultur, Land Oberösterreich – Kultur, Land Salzburg – Kultur, Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten, KIA Austria