Der weiße Rausch

Ort und Zeit
  • Di, 19. Mai 2009, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 7,-/4,-
  • Film

Eine Filmreihe des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Spielboden Dornbirn zur Ausstellung „Hast Du meine Alpen gesehen?“ Eine jüdische Beziehungsgeschichte – im Jüdischen Museum Hohenems vom 28. April – 4. Oktober 2009, www.jm-hohenems.at

 

Regie: Arnold Fanck, Deutschland 1931
Einführung durch Hanno Loewy

"Der weiße Rausch", der in Österreich unter dem Verleihtitel "Sonne am Arlberg" in die Kinos kam, feiert in ausgelassener Stimmung (und mit aus heutiger Sicht teils skurriler, teils unfreiwilliger Komik) das Skiparadies auf dem Arlberg. Vor allem aber gelingen Arnold Fanck und seinen Kameraleuten unvergleichliche Aufnahmen in der modernen Ästhetik der experimentellen Fotografie der zwanziger Jahre. Hannes Schneider und Leni Riefenstahl in den Hauptrollen symbolisieren Berg und Stadt in einem Film, dessen Zustandekommen sich, wie das vieler anderer Bergfilme auch, dem Engagement des jüdischen Filmproduzenten Henry Sokal verdankte. Sokal hatte Arnold Fancks Bergfilmproduktion seit Mitte der zwanziger Jahre unter seine Fittiche genommen. Die Filmmusik steuerte Paul Dessau bei, der (wie Sokal auch) wenig später als Jude (und als Kommunist) aus Deutschland flüchten musste. Auch Fancks Stern ging unter den Nazis unter, denn er wollte es noch 1934 partout nicht lassen, weiter mit jüdischen Filmproduzenten zu arbeiten.
Hannes Schneider emigrierte 1939 in die USA, Fanck trat 1940 schließlich der NSDAP bei und durfte noch zwei Kulturfilme über die Nazibildhauer Thorak und Breker drehen.