Lichter & Gisbert zu Knyphausen

Ort und Zeit
  • Do, 19. Feb 2009, ab 21.00 Uhr
  • Eintritt: 12,-/9,-

Lichter und Gisbert kommen auf eine gemeinsame Flitterwoche nach Österreich und der Spielboden ist dabei! Zwei Bands, die im Blätterwald der Journaille, aber vor allem in den Indiepop-bewegten Herzen des Landes mit ihren Debütalben und Konzerten für ordentlichen Aufruhr gesorgt haben. Und nun: Gemeinsam auf einer Bühne. Die Band LICHTER aus Köln und GISBERT ZU KNYPHAUSEN aus Hamburg solo und akustisch. Das wohl schönste Konzertpaket des Frühjahrs.

 

Lichter

Lichter sind heimtueckisch. Sie treiben Spielchen mit dem Hörer. Der Bandname klingt erst mal nach Frohsinn. Doch weit gefehlt: Hier werden die verborgenen dunklen Winkel ausgeleuchtet. Nehmen wir nur einmal den ersten Song ihres Debüt-Albums: Die Musik ist kraftvoll und erhaben, grosser Indiepop, mit drängenden Gitarren und treibendem Schlagzeug, harmonisch kunstvoll aufgeschichtet, euphorisierend. Und dann singt Mathias Mauerberger mit seiner festen weichen Stimme von einem "Leeren Raum", der das lyrische Ich schon seit der Kindheit verfolgt, ohne Türen und Fenster. Die totale Vereinzelung. Das Schlimme ist, dass dieser Raum sogar die Zweisamkeit beeintraechtigt: "Immer öfter, wenn wir uns berühren, spür ich den leeren Raum zwischen unserer Haut". Da schnürt es einem die Kehle zu. Textlich geht das meist so weiter: Resignation, an der man sich wärmen kann, so widersprüchlich das klingen mag. Der vorletzte Song bringt das Phlegma einer Generation dann auf den Punkt: "Diese Welt ist nicht mehr für uns reserviert, alle Plätze belegt und nichts garantiert, (...) Nur wer hat uns befohlen, in diesen Zeiten so ruhig zu bleiben"?

(...)

Was Lichter beweisen, ist, dass die Kategorie Deutschpop trotz deutscher Texte hinfällig werden kann. Die Band spielt in einem Raum, der drei Stockwerke ueber nationalen Begrenzungen schwebt. Kein leerer Raum, sondern ein Raum voll von Inspiration und Empfindung.
http://www.lichtermusik.de

Gisbert zu Knyphausen

Melancholie will keiner mehr. Kaputt gesungen und zur Koketterie verkommen, liegt sie da wie ein Offiziersmantel in einer Pfütze. Dann kam da ein junger Mann, ursprünglich aus dem Rheingau in Hessen, nun wohnhaft in Hamburg. „Mein Name ist Gisbert zu Knyphausen und das ist mein richtiger Name“. So stellt sich dieser junge Mann immer gerne vor und dann verstummt auch schon das Murmeln, Jackenrascheln und beinahe auch der Biergestank im Raum. Plötzlich sind da gezupfte Akustikgitarren-Töne, ganz leise aber doch mit Nachdruck, und stolpern in Lieder die sofort an Reinhard Mey erinnern. Aber mit Wut, stiller Coolness und einer sanften Rohheit, wie sie Bands wie Kettcar oder Clickclickdecker längst abhanden gekommen ist. Er singt über Lethargie im Angesicht eines Morgen, über die Suche nach Halt oder über das Saufen. Nicht Trinken, Saufen. Und es klingt nie peinlich oder oberflächlich oder wie einfach so dahin gesagt. Vielmehr klingt es ernst, traurig und unendlich echt.
Gisbert zu Knyphausen-Hören ist wie Füße im Sand vergraben oder wie die Wange an warmes Holz legen. Er hat der Melancholie ihre Würde zurückgegeben. Wir wollen mehr Melancholie.
http://www.myspace.com/gisbertzuknyphausen
http://www.omaha-records.de

.:PRESS
Rote Raupe am 8.12.2006: „Seinen Blick auf die Welt im Großen wie im Kleinen verpackt er so kunstvoll in Worte, dass man sich unsterblich in sie verliebt. Egal ob es sich um die tiefe Liebe oder um gigantisches Scheitern handelt, ob es mit Band oder solo gespielt ist, er schafft immer diese Atmosphäre, die es bedarf um ein ganz Großer zu werden. Da kann sich der Hund Marie, Roman Fischer, Ben Kaan und wie sie alle heißen gewaltig umschauen, denn dieser Gisbert zu Knyphausen hat nicht nur einen herrlichen Namen, sondern auch einen ganzen Sack voll Lieder, mit denen er all die Liedermacher und Geschichtenerzählern mal eben in die Tasche steckt. […] Es ist unglaublich, immer wieder und wieder und wieder Gänsehaut. Wir ziehen unseren Hut vor dieser Musik!“
Süddeutsche Zeitung (5.6.2007): “Der interessante ungesignte Songwriter der Nation”
Spiegel-Online (18.1.2007): „Knyphausen suhlt sich nie in seinen Niederlagen, er bewahrt sich eine Haltung, die ihn an ein Morgen glauben lässt. Bitte mehr davon!“
Spiesser 1/2007: „Einer der begnadesten deutschen Songwriter!“
Intro Heimspiel Redaktion am 27.9.2005: „Authentisch und aufrichtig, die höchsten Attribute für Liedermacher.“
Sächsische Zeitung (2.6.2007): “Gigantisch wie ein Regenbogen”