tanz ist Festival 6. bis 14. Juni 2008 – Kompanie Ayelen Parolin (Brüssel) – Troupeau / Rebaño - Österreichpremiere

Ort und Zeit
  • Fr, 6. Jun 2008, ab 20.30 Uhr
  • Eintritt: 20,-/17,- und für Schüler u. Studenten nur 8,- // Festivalpass für sämtliche Vorstellungen 50,-/45,-
  • Tanz

TANZ / PERFORMANCE


Rebaño ist das spanische Wort für Herde, Gruppe.
Troupeau / Rebaño beginnt mit drei Tänzern, die auf vier Beinen gehen. Wie Tiere, unerschütterlich grasend und schnüffelnd.

Was bedeutet Instinkt als Grenzlinie zwischen Mensch und Tier?

Zivilisation und Kultur entfremdet den Menschen von seiner ureigenen Natur, dabei bleibt er immer bestimmten Impulsen unterworfen die von seinem Instinkt diktiert werden.

Die aus Argentinien stammende Künstlerin thematisiert mit Troupeau / Rebaño den menschlichen Instinkt und durchleuchtet die Gewalttätigkeit von Begierde und die Begierde nach Gewalttätigkeit.
Dabei beabsichtigt sie nicht, den Menschen als "humanisiertes Tier" oder "bestialisierten Menschen" darzustellen der zwischen Anthropomorphismus und Zoomorphismus agieren. Stattdessen arbeitet sie mit hybriden Bilderfluten, die auf  handfesten Realitätsbezügen basieren. Gleichzeitig lässt sie dem Betrachter genug Freiräume für persönliche Empfindungen, einschließlich einer subtilen Form von Humor.
Ausgehend von der unmöglichen Sicherheit, das Kulturen, Zivilisationen und Gesellschaftsmodelle das Individuum schützen können, präsentiert Parolin Apathie und Unempfindlichkeit als Lösung für Begierde und Gewalttätigkeit.
Die von der "Herde" gezogenen Linien erinnern uns an eine Stadtmauer, die den einzelnen Menschen  innerhalb dieser Grenze vor externen Aggressionen schützen soll. Aber in Wirklichkeit ist die Gefahr innen, nicht außen: Machtkämpfe, dominieren oder dominiert werden. Unser Stellenwert als Individuum bleibt in diesem Spannungsfeld  konstant undefiniert.

Und dies könnten die zentralen Fragen in Troupeau / Rebaño sein: Wie können wir unser "Zuhause" in einer Gemeinschaft finden? Wie können wir uns von der Gemeinschaft nähren ohne verschlungen zu werden?

Uraufführung: Dezember 2006, Théâtre La Vilette Paris
Choreografie / Tanz / Performance: Ayelen Parolìn
Tanz / Performance: Rudi van der Merwe & Geert Vaes

In künstlerischer Kollaboration mit: Rudi van der Merwe, Geert Vaes, Julien Gallée-Ferré & Ana Cristina Velasquez
Musik Research: Lies Vanborm
Licht: Jan Van Gijsel
Produktion: Helga Duchamps
Scenography: Cédric Torne
Musik: David
Kostüme: Patricia Fernandez
Koproduktion: Parc de la Villette – Résidences d’Artistes, Centre Chorégraphique National de Montpellier, Pépinières européennes pour jeunes artistes - programme mapXXL
 
Die Vorstellung ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet.


www.tanzist.at



Foto: Christian Bakalov