Filmreihe Frauen und Recht – Carlas List

Ort und Zeit
  • Di, 18. Mär 2008, ab 20.30 Uhr
  • Eintritt: 7,-/4,-
  • Film

Anlässlich des internationalen Frauentags zeigt die Filmfabrik in Zusammenarbeit mit der Docuzone, den Frauenfilmtagen, BAOBAB, Amnesty International und dem Frauensolidaritätsnetzwerk drei Filme zum Thema Frauen und Recht.


Regie: Marcel Schüpbach, Schweiz 2006, 100 Minuten, digital, O.m.U.

In Dezember nahm Carla del Ponte Abschied von ihre Arbeit beim UNO-Kriegstribunal in Den Hague.
Das erste Mal konnte eine Kameracrew Carla del Ponte bei ihrer Arbeit Filmen. Über eine Zeitspanne von fünf Monaten begleitete die Crew die Chefanklägerin und ihr Team während insgesamt dreißig Drehtagen. Sie blicken hinter die Kulissen des Tribunals, filmen während Sitzungen mit EU-Abgeordneten und begleiten sie auf ihren Reisen im Schweizer Bundesratsjet nach Belgrad, Zagreb und New York.
Gleichzeitig zeigen die Interviews mit direkt betroffenen Frauen aus Srebrenica, dass ihre Trauer noch immer aktuell ist. Viel Unverständnis und Wut herrscht, dass noch immer die wichtigsten Drahtzieher auf freiem Fusse sind.

Warum genau dies so ist, lässt sich dank La Liste de Clara schnell erahnen: Im politischen Seilziehen steht del Ponte ohne grosse Handlungsmöglichkeit mit ihrem Anliegen mittendrin. Noch immer werden Mladic und Karadzic als Helden angesehen. Auch wenn die Regierungen von Kroatien und Serbien offiziell "alles" tun, die Gesuchten zu verhaften, so geniessen diese wahrscheinlich noch immer weit reichender Schutz durch Armee und Gleichgesinnte.

Doch auch das politische Geplänkel zwischen UNO, USA und der EU-Staaten fordert ihren Tribut: die Geheimdienste tauschen Informationen nicht aus, das Interesse am Tribunal nimmt langsam ab. Dabei rinnt die Zeit.  - das Mandat von del Ponte lief im Dezember 2007 aus.
Der Film verschafft im Stile eines Doku-Thrillers  einen interessanten, "hautnahen" und ungeschönten Einblick hinter die Kulissen.