Jüdische Filmwochen Vorarlberg – Jazz Singer Night (2 Filme)

Ort und Zeit
  • Mi, 28. Nov 2007, ab 20.30 Uhr
  • Eintritt: 7,-/4,-
  • Film

In Zusammenarbeit mit den Jüdischen Filmwochen Wien, dem Jüdisches Museum Hohenems und dem Filmforum Bregenz.


The Jazz Singer
 
Regie: Alan Crosland, USA 1927, 88 Minuten, engl. OF
Mit Al Jolson

Der junge Kantorensohn Jakie singt heimlich in einer Musikkneipe. Vom Vater gezüchtigt, läuft er schließlich davon und wird Jazzsänger. Schwarz geschminkt steht er auf der Bühne, bevor er die Chance zu einer großen Karriere bekommt. Auf Tournee in New York besucht er seine Mutter, die sich in Trennungsschmerz verzehrt hat. Doch der unerbittlich strenge Vater unterbricht das Wiedersehen und fordert den Sohn auf, in die Synagoge zurückzukehren, was Jakie ablehnt. Am Tag der Generalprobe seiner großen Show, es ist der Versöhnungstag Jom Kippur, der höchste Feiertag, ereilt ihn die Nachricht, dass sein Vater im Sterben liegt. Er entschließt sich gegen die Premiere und für den Vater, indem er in der Synagoge das Gebet „Kol Nidre“ singt. Der Vater stirbt versöhnt. Der Sohn feiert auf der nur verschobenen Premiere seinen Triumph, unter den glänzenden Augen seiner Mutter und seiner Freundin Mary. In kleinen Rollen treten der bekannte Kantor Yossele Rosenblatt und Richard Tucker auf. Letzterer wird später als Tenor an der Metropolitan Opera Karriere machen.



The Jazz Singer

Regie: Richard Fleischer, USA 1980, 115 Minuten, engl. OF
Mit Neil Diamond

Auch in Richard Fleischers Remake soll der Kantorensohn die Nachfolge seines Vaters antreten. Seine Frau wünscht sich eine Familie, ein Kind. Doch Jack hat andere Pläne. Heimlich spielt er in einer Soulband. Nach einem Streit mit dem Vater verlässt er seine Frau und geht nach Kalifornien. Hier verliebt er sich in die Managerin Molly, eine Nichtjüdin. In Curtiz’ Version der frühen fünfziger Jahre ist das „schwarze“ Amerika noch gänzlich aus dem Showgeschäft ausgesperrt, kein Afroamerikaner „trübt“ das Bild einer scheinbar heilen Gesellschaft. Die Musik und die Lyrik der Songs sind lammfromm und die Interpreten unschuldig. Die Musikszene der ausgehenden 1970er- und frühen 1980er-Jahre steht in großem Kontrast dazu – die „Schwarzen“ haben ihre Rechte erkämpft, und der Soul ist eine von ihnen dominierte Musikrichtung. Wie Al Jolson in der Urversion des Jazz Singer,
schminkt sich Neil Diamond als Jack das Gesicht schwarz, jedoch nicht um in einem „weißen Umfeld“ Schwarze zu imitieren, sondern um mit seinen schwarzen Freunden überhaupt auftreten zu können.