Die Happy

Ort und Zeit
  • Di, 20. Mär 2007, ab 21.00 Uhr
  • Eintritt: 20,-

Bitter To Better


Support: Disgroove / Centao

In Kooperation mit www.soundevent.at


Der Titel des Debüts “Supersonic Speed” war bislang Programm, denn DIE HAPPY etablierten sich aus dem Stand heraus zu einer der wichtigsten female fronted Rock-Bands und untermauerten diesen Status durch pausenlosen Arbeitseifer. Album auf Album, Tour auf Tour. Dazu nahmen die Bandmitglieder noch Jobs als Studiomusiker an oder wirkten an Projekten mit, von denen die Kooperation zwischen Sängerin Marta Jandová und Apocalyptica für Stefan Raabs „TV Total Bundesvision Song Contest“ wohl das bekannteste ist.

Im Laufe der Zeit lernte die Band jedoch sich und ihre Bedürfnisse besser einzuschätzen und legte nach den unbekümmerten Vollgas-Jahren 2004 eine Pause ein, um sich ganz auf das neue Album konzentrieren zu können. Dank der Ruhe und nicht zuletzt auch wegen der inzwischen weit voneinander liegenden Lebensmittelpunkte (Stuttgart, Berlin, Dortmund, Schweiz) ergab sich eine neue Arbeitsweise. Während die Band früher nur im Proberaum schrieb, komponieren die Multi-Instrumentalisten inzwischen jeweils für sich in eigenen kleinen Homestudios. >Dann treffen wir uns, spielen uns die Ideen gegenseitig vor und entwickeln sie gemeinsam weiter. Mit den aktualisierten Versionen auf den Festplatten geht jeder wieder nach Hause und arbeitet weiter daran<, erklärt Bassist Ralph Rieker den Ablauf. Zwischendurch wird jedoch immer mal wieder der Proberaum aufgesucht, wie Marta betont, >denn nur wenn ich dabei springen und abgehen kann, merke ich, ob ein Song funktioniert<. 100 Prozent Rock`n´Roll, die Frau!

Auch bei der Produktion gab es gravierende Änderungen. Während der Vorgänger in Los Angeles vom namhaften Produzententeam The Matrix betreut wurde, zeichnete beim neuen Album „Bitter To Better“ der noch vergleichsweise unbekannte Udo Rinklin verantwortlich, den Marta durch das Projekt „Zeichen der Zeit“ kennen gelernt hat. >Die Matrix-Typen waren seinerzeit nur zwei, drei Stunden pro Tag vor Ort war, weil sie andere Prioritäten wie Britney Spears hatten<, blickt Ralph enttäuscht zurück. >Deswegen war es eine wohltuende Erfahrung mit jemandem zu arbeiten, der mit ganzem Herzen bei der Sache ist und auch menschlich voll auf unserer Wellenlänge liegt.<

Wie richtig die Wahl von Udo Rinklin war, zeigt das packende Ergebnis, das lebendiger und frischer denn je klingt. >Wir haben beim Gesang etliche First-Takes verwendet, denn es kam ihm vor allem auf den Ausdruck und das Gefühl und weniger auf die Perfektion an<, lobt Marta die Philosophie des Produzenten, der ihr damit eine extra Portion Sex-Appeal verliehen hat, wie insbesondere die ungemein natürlich gesungene Ballade „Stranded“ und das frech rausgerotzte Titelstück zeigen.

Bei einigen Songs ließen sich DIE HAPPY von Songwritern unterstützen. So wurde der unwiderstehliche Ohrwurm „Big Big Trouble“, der als erste Single ausgekoppelt wurde, mit Hilfe von Jörgen Elofsson geschrieben, der mit cleverem Programming gewürzte Groover „If I Could Fly“ entstand in Zusammenarbeit mit Peter Kvint, und die Basis der auch textlich zu Herz gehenden Ballade „I Am“ stammt von Diane Warren, die u.a. schon für Aerosmith, Alice Cooper und Bon Jovi komponiert hat.

Früher dachte die Band, dass Songwriter im Rock-Bereich tabu wären, aber seit sie sich beim Vorgänger probeweise auf das Experiment einließ, weiß sie, dass man durch diese Hilfe nicht seine Identität verliert oder gar seine Seele an den Teufel verkauft. >Die Zusammenarbeit mit einem Außenstehenden verleiht einem eine neue Perspektive und bricht das interne Bandgefüge auf<, analysiert Schlagzeuger Jürgen Stiehle.

Der Großteil des Materials stammt ungeachtet dessen natürlich von der Band selbst und zeigt einen deutlichen Reifeprozess. Die Instrumentierung ist wesentlich akzentuierter. So erhöht die etwas zurück genommene Gitarre nicht nur die Durchschlagskraft der Riffs, sondern lässt auch das auffallend melodische Bass-Spiel besser zur Geltung kommen, wodurch die Songs noch mehr grooven. >Wir wollten den Wald ganz bewusst ausdünnen, damit man die einzelnen Bäume wieder sieht<, kommentiert Gitarrist Thorsten Mewes. Dass diese Entwicklung keineswegs auf Kosten der Härte ging, zeigt der großartige Riff-Rocker „In Love“, der zu den heftigsten Nummern der gesamten Discographie zählt. Und nicht nur das: Mit seinem mitreißenden Text vermittelt er zudem Martas Lebensgefühl: >Ich wollte einfach herausschreien, wie verknallt ich bin, denn in diesem Zustand ist einem alles andere egal.< Da scheint die Sonne im Herz des Hörers!

Mit ihrem ungemein vielschichtigen und treffsicheren neuen Album  „Bitter To Better“ haben DIE HAPPY ihre Reifeprüfung bestanden!



Disgroove

"ein bisschen indierock amerikanischer färbung, ein bisschen postgrunge, ein paar leicht noisige gitarren und viel ruhige parts sind das erfolgsrezept der band, die sich um die ehemaligen gurd musiker philippe (gesang, gitarre), marek (bass) und tobi (drums) gebildet hat."

"die songs kommen alle emotional und ehrlich rüber. sie sind kraftvoll und direkt, mal mit sperrigen riffs versehen und oft auf laut-leise-dynamik basierend."

"disgroove schöpft nicht nur die möglichkeiten eines rock-powertrios aus. das sehr kompakte wie druckvolle zusammenspiel setzt maßstäbe, das markant umgesetzte songwriting nicht weniger..."