Blackmail – Tour 2006

Ort und Zeit
  • Do, 16. Mär 2006, ab 21.00 Uhr
  • Eintritt: Abendkassa: 16,-/14,-

Support: Revolt


In Kooperation mit www.soundevent.at


BLACKMAIL

In Koblenz treffen sich Mosel und Rhein. Ein sehr hübscher, sehr deutscher Flecken Erde, der schon in den Geschichtsbüchern erfasst war, als diese noch aus Stein gemacht wurden. Seit ein paar weniger Jahren treibt die Rockband namens BLACKMAIL ihr Unwesen in dieser Idylle. Kleiner Beitrag zur Leitkultur-Diskussion: die Gruppe BLACKMAIL besteht aus dem türkischen Sänger Aydo Abay, den beiden Halbspaniern Carlos und Kurt Ebelhäuser an Bass und Gitarre, und dem Schlagzeuger Mario Matthias (offensichtlich ein Italiener ehrenhalber). Sind BLACKMAIL deshalb eine Multikultitruppe? Nicht doch. Aber BLACKMAILs globalisierte Rockmusik internationalen Zuschnitts ist mit allen Wassern gewaschen, nicht nur mit dem aus Rhein und Mosel.

BLACKMAIL fanden sich Ende 1993, zu einer Zeit, als es Musikern noch half, in Zielgruppenzeitschriften eine Kontaktanzeige aufzugeben. 1997 erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf einem Label ihrer Nachbarschaft und schon im Februar 99 veröffentlichte die Band den Nachfolger "Science Fiction." Beide Platten wurden gebührend gefeiert, man tourte unaufhörlich durch die Lande und es kam, wie es kommen musste: ein Major Label zückte das Scheckbuch. Folglich wurden die nächsten zwei Platten ("Bliss Please", Februar 2001, und "Friend Or Foe", März 2003) mit der ganzen Force Majeur der Konzerne in die Läden verschifft, in die Medien geprügelt, an die Bauzäune gehämmert und in die Rockdissen dieser Republik hinein getragen. Es entwickelten sich veritable Untergrund-Hits ("Same Sane" & "It Could Be Yours") und die Band spielte weiterhin die Clubs und Festivals rauf und runter. BLACKMAIL entwickelten sich in dieser Zeit zu einer der besten Livebands des Landes, was das Publikum dankbar registrierte. Im Jahr 2004 wurde der betreffende Konzern wieder mal umstrukturiert und umgebaut. Doch hatten da die Musiker längst erkannt, daß sie das System der Multis eigentlich nicht wirklich benötigen, um erfolgreich ihren Beruf auszuüben - und man trennte sich gütlich.

Im Herbst des gleichen Jahres wurden uns bei City Slang fünf neue Demo Stücke zugespielt, dieser Band BLACKMAIL, die uns so recht nie aufgefallen war bzw. mit der wir uns einfach noch nie zuvor beschäftigt hatten. Doch was wir hier hörten, als Demoproduktion weit entfernt von Materialschlacht und großem Aufwand, das war sofort enorm präsent. Die Songs sprühten vor Spiel-Lust, hatten Hunger und Durst und waren glühende Verfechter der Hymne als Idee. Kurz, diese fünf Songs waren Anlass genug, uns mit BLACKMAIL zu treffen. Was fanden wir?

Aydo Abay: Ein Sänger, auch unterwegs mit einem eigenen Bandprojekt namens KEN. Texter und die STIMME der Band.

Carlos Ebelhäuser: Ein Bassist. Knarziger klingt kein Bass in deutschem Lande. Verwaltungsrat, Antriebswelle und Wirtschaftsministerium von BLACKMAIL in Personalunion.
Kurt Ebelhäuser: Ein Gitarrengott (geschmackssicher). zudem (nicht nur) bei BLACKMAIL Visionär, Arrangeur, Produzent und Pedant. Angeblich sind bei den Autoritäten Koblenz' 60 Verfahren gegen ihn anhängig. Wir glauben kein Wort. Siehe auch: "Scumbucket"
Mario Matthias: Ein Schlagzeuger. Treibt den ganzen Laden immer und ständig vor sich her. Kann auch schreinern und Bus fahren. Weitere Bestätigung des Sprichworts "ein guter Drummer ist die halbe Miete..."

Als wir dann noch feststellen durften, dass bei dieser Band alles, was sie tut, leidenschaftlich ernst gemeint ist und von Herzen kommt, da mussten wir einfach zuschlagen.
Jetzt, knapp ein Jahr später, dürfen wir Vollzug melden. Und nicht nur das...


Support: REVOLT
Es gibt Rockbands, mit denen man ins Bett gehen will. Und es gibt Rockbands, mit denen man die Nacht an der Theke verbringen möchte. Wenn es gut läuft, landet man hinterher sowieso im Hotelzimmer. Wenn es noch besser läuft, bleibt man gleich unterm Tresen liegen. Wie in den Tagen, als Rock noch Rock war. Und mehr dazu gehörte, als sich schwarzen Kajaal-Stift um die Augen zu schmieren und mit einem ach so bösen Gesichtsausdruck in die Kamera zu gucken. Wo Style eher Zufall als das Produkt langer Marketingkonferenzen war. Wo...Stop! Natürlich soll hier nicht der sogenannten guten alten Zeit hinterherge-weint werden. Um Gottes Willen, nur das nicht. Jammern können die Ewig-Gestrigen. Hier wird nach vorn geblickt. Konkret heißt das natürlich erst mal: Utopie wie es nur geht, mitten auf die zwölf. Alles oder nichts, mehr gibt es nicht zu verlieren. Revolt entwerfen auf ihrer Debüt-EP "Life In A Dead System" ihre Idee aufgeregter Rockmusik. Es geht um Zerstörung, falsche Versprechungen, Lügen. Ja, genau: neue Lügen! Mach was daraus. Das erste Stück der EP beginnt mit den Worten "Myself Is Restless - I Am Overdosed". Gegen den Stillstand, für das Nervöse. Man fühlt sich an die Momente erinnert, in denen man die erste Sex Pistols oder die Nevermind gehört hat. Dieses verrückte Gefühl, dass irgendetwas anders ist danach. Dass etwas mehr Aufruhr eigentlich unumgänglich ist. Gegen den Kleingeist, für die Utopie.

Revolt sind drei junge, ungeduldige Männer aus Berlin Friedrichshain - Abel (Gitarre, Gesang), Matze (Bass) und Tobi (Drums) - seit mehr oder weniger vier Jahren als Revolt unterwegs, immer in Bewegung. Die Stücke sind kurz, schnell, lassen keine Ruhe zu. Relaxen ist nicht, hier geht es um mehr als das gute Gefühl. Chaos und Dringlichkeit als einzig gültige Konsequenz leerer Zustände. Die Gitarre schreit sich manisch in die Bewusstlosigkeit, der Bass knarzt bedingungslos, das Schlagzeug brettert atemlos, Abel sing wie ein vom Wahnsinn Besessener. Hier wird alles gegeben, weniger ist nicht drin. Wie herrlich wild das ist. Rausch, Wahnsinn, Maßlosigkeit. Der Soundtrack zu deiner Paranoia! Wir sehen uns an der Theke. Es gibt viel zu bereden. Es ist dringend, echt jetzt!