Anomalie

Ort und Zeit
  • Do, 27. Jun 2019, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film
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In Kooperation mit pro mente Vorarlberg
http://www.promente-v.at/

Immer mehr Psychopharmaka kommen auf den Markt. Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt gleichzeitig weiter an. Wie kann man das verstehen? Sind immer mehr Menschen der modernen Gesellschaft nicht gewachsen? Oder mischt hier eine Industrie mit, um ihre Profite zu maximieren? Die Dokumentation „Anomalie“ begibt sich an den Rand dessen, was die Gesellschaft als vernünftig, normal oder gesund hält. Und stellt ergebnisoffene Fragen. Letztendlich erweitert sich dadurch unser Blick auf das, was wir für “normal” halten. Nähern wir uns dem Thema also zunächst einmal von außen: Was, wenn man sich selbst zum Irren erklärt? Der obdachlose Philosoph Fritz Joachim Rudert (†2017) lebte vor, wie es sich anfühlt, abseits der Norm durchs Leben zu gehen. Er war „Antipsychiater“, selbst ernannter Gelehrter und führte ein geglücktes Leben, wie es schien. Komplexe Ökonomien funktionieren nach dem Prinzip einheitlicher Normen und Maßeinheiten. Soziale .bereinkünfte spielen für das gesellschaftliche Zusammenleben eine wichtige Rolle. Und in einer immer kürzer getakteten Welt landet man in der Frage, wo die geistige Gesundheit anfängt und endet, in immer engeren Bandbreiten. Hinter der Norm, gegen die Fritz Joachim Rudert agierte, steckt nicht weniger als die Kompatibilität mit dem gesellschaftlichen Ganzen. Renommierte Forscher wie Allen Frances (Journal of Personality Disorder), Elisabeth Loftus (University of California), Adelheid Kastner (Kepler Universitätsklinikum) oder Gerhard Roth (deutscher Hirnforscher), erläutern, welche psychischen Normen sich in einer Welt, die von wirtschaftlichen Interessen geleitet ist, herausbilden. Das Fazit der Dokumentation: Politik, das sind wir alle. Bis hinunter in unsere Seele. Das ist eigentlich ganz schön verrückt. Einzelschicksale und Kollektiv-Neurosen, engagierte Wissenschaftler und abstruse Experimente: Wer ist eigentlich normal?

Ö 2018 | 82 Min | Dokumentation | Regie: Giancarlo Moos | Mit: Ly-Ling Vilaysane, Cosimo Urgesi

Synopsis:

Wer fragt sich nicht, was ist “normal”?
Depressiv, oder einfach nur ein schlechter Tag?
Bestimmen meine Ängste mich?
Ist mein Kind normal?
Wo beginnt die Krankheit der Seele?

Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt, Psychopharmaka überschwemmen den Markt. Sind immer mehr Menschen der modernen Gesellschaft nicht gewachsen, oder mischt hier eine Industrie mit, um ihre Profite zu maximieren?

Gemeinsam mit hochkarätigen PsychologInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen sowie mit Menschen, die sich übertherapiert fühlen und einem selbsternannten “Irren”, der sich auch ohne Diagnose wohl in seiner Haut fühlt, macht sich der Film auf die Suche nach dem „wahren Ich“.

Sind wir noch „normal“ und wollen wir das überhaupt sein?
Ein Film, der die Normalität in Frage stellt.
In Zusammenarbeit mit Adelheid Kastner und Gerhard Roth.

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