Transit

Ort und Zeit
  • Fr, 7. Sep 2018, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film
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Transit beruht auf dem im Exil verfassten gleichnamigen Roman von Anna Seghers, der zwischen 1941 und 1942 in Marseille entstand und 1944 in englischer und spanischer Sprache veröffentlicht wurde. In den 1970er und 1980er wurde TRANSIT im Besonderen als Meisterwerk der deutschen Exilliteratur rezipiert.

Einem jungen Mann gelingt gerade noch die Flucht nach Marseille, bevor die deutschen Truppen in Paris einmarschieren. In der Hafenstadt nimmt er eine falsche Identität an, um doch noch die lebensrettenden Dokumente zu ergattern, die ihm die Ausreise aus Europa ermöglichen würden. Petzold verortet die zeitlose Geschichte im heutigen Marseille. Dort bewegen sich die Figuren aus der Vergangenheit und treffen auf die Geflüchteten der Jetztzeit. So verschmilzt die Geschichte mit der Gegenwart und „alle Erzählungen verbinden sich zu einem ewigen Transitraum.“ (Berlinale 2018).

DIRECTOR’S STATEMENT

Es gibt einen sehr schönen Satz in der Autobiographie von Georg K. Glaser: „Plötzlich, am Ende meiner Flucht, war ich umgeben von etwas, was ich Geschichtsstille nannte.“ Georg K. Glaser war ein deutscher Kommunist, der zur selben Zeit, in der auch der Roman ‚Transit‘ von Anna Seghers spielt, nach Frankreich und dann in den unbesetzten Teil floh.

Geschichtsstille, das ist wie Windstille – das Schiff empfängt keine Brise mehr, es ist umgeben von der Weite und dem Nichts des Meeres. Die Passagiere sind herausgefallen, aus der Geschichte, aus dem Leben. Sie hängen fest, im Raum, in der Zeit. Die Menschen in ‚Transit‘ hängen fest in Marseille, sie warten auf Schiffe, Visa, Transits. Sie sind auf der Flucht. Es wird für sie kein Zurück mehr geben. Und kein Vorwärts. Niemand will sie aufnehmen, niemand will sich kümmern um sie, niemand nimmt sie wahr – nur die Polizisten, die Kollaborateure und die Überwachungskameras. Sie sind im Begriff, Gespenster zu werden, zwischen Leben und Tod, zwischen dem Gestern und dem Heute. Die Gegenwart zieht vorbei und nimmt keine Notiz von ihnen. Das Kino liebt die Gespenster, vielleicht, weil es auch ein Transitraum, ein Zwischenreich ist. Wir, die Zuschauer, sind anwesend und abwesend zugleich.

Die Menschen in ‚Transit‘ wollen zurück in den Strom, in die Brise, in die Bewegung. Sie wollen eine Geschichte haben. Sie finden ein Romanfragment, das ein Schriftsteller hinterlassen hat. Das Fragment einer Erzählung. Eine Erzählung von Flucht und Liebe und Schuld und Loyalität. ‚Transit‘ handelt davon, wie diese Menschen diese Erzählung zu ihrer machen.

Eine Filmvorführung des Jüdischen Museums Hohenems im Begleitprogramm der Ausstellung „Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen“ In Zusammenarbeit mit dem Spielboden Dornbirn

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Video-Playlist: Transit

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