Nordwand

Ort und Zeit
  • Mi, 27. Sep 2017, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film
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Bestimmte den deutschen Bergfilm der 1920er und 1930er Jahre der faschistisch geprägte Kampf heroischer Prachtkerle gegen eine übermächtige Natur, so legen heutige Dokumentarfilme den Fokus auf spektakulär gefilmte Kletterszenen, die den Zuschauer quasi mitten ins Geschehen versetzen, vergessen aber auch nicht auf psychologisch differenzierte Ausleuchtung der Protagonisten.

In den 1930ern galt die Eiger Nordwand als „das letzte Problem der Nordalpen“. Steinschläge, Lawinen, eine brüchige Wand und plötzliche, unberechenbare Wetterumstürze hatten bislang einen Aufstieg verhindert und einige Todesopfer gefordert. Erst 1938 gelang den Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg sowie den Österreichern Heinrich Harrer und Fritz Kasparek die Erstbesteigung. Der Münchner Regisseur Philipp Stölzl interessiert sich jedoch weniger für den heroischen Sieg als für den existenziellen Kampf. Deshalb dreht sich „Nordwand“ auch nicht um den ersten erfolgreichen Gipfelritt, sondern spielt zwei Jahre zuvor: Vier Kletterer – die deutsche Seilschaft Toni Kurz und Andreas Hinterstoißer sowie die österreichische Seilschaft Willy Angerer und Edi Rainer - werden von einem Schneesturm überrascht und hängen fortan in der Wand fest.

Deutschland/Österreich/Schweiz, 2008, 121 min, Deutsche Originalfassung | Philipp Stölzl

Mit: Benno Fürmann, Johanna Wokalek, Florian Lukas, Simon Schwarz, Georg Friedrich, Ulrich Tukur, Erwin Steinhauer, Petra Morzé, Hanspeter Müller-Drossaart, Branko Samarovski

„Für Zuschauer mit Höhenschwindel ist dieser Film ein echtes Bodygenre-Stück. Man steigt mit in die Eigernordwand ein und hängt beinahe selbst in den Seilen, wenn die Bergsteiger einen tollkühnen Quergang wagen. Auch der Blick in den Abgrund wird einem nicht erspart.“ (epd Film)

„Jeder stirbt für sich alleine. Auch in über 3.000 Metern Höhe. Philipp Stölzls Bergsteigerfilm ist ein beklemmendes Dokument des Scheiterns.“ (critic.de)

„Der Berg ruft nicht, er brüllt. Knochen bersten, Gliedmaßen erfrieren, Lawinen reißen alle Hoffnungen in die Tiefe. Heldenhaft stirbt hier keiner. Der Zuschauer braucht sich nicht mehr, wie noch bei Luis Trenker, mit dem heroischen Einzelnen zu identifizieren, sondern kann sich an den Schauwerten selbst ergötzen: Darin liegt die eigentliche Modernisierung dieses Genres durch Stölzl. (taz.de)

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