XXY

Ort und Zeit
  • Di, 18. Apr 2017, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film

In Zusammenarbeit mit Go West - Verein für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter*

Die Queer-Filmreihe widmet sich in diesem Jahr dem Thema Intersex. Entgegen unserer rational denkenden Welt, in der Phänomene wissenschaftlich, in diesem Fall medizinisch, erklärt werden müssen, geht es in den gezeigten Filmen nicht um eine Definition, sondern um das Leben von intersex Personen. In verschiedenen filmischen Genres wird vom Anderssein, von Zuneigung und von Ungewissheiten erzählt. Queeres Kino zeigt einmal mehr, wie vielfältig Identitäten sein können

Alex lebt mit ihren Eltern an der Küste Uruguays. Sie ist fünfzehn, hübsch, zartgliedrig und kämpft - wie alle Kids ihres Alters - mit der Pubertät. Doch Alex‘ Kampf ist ein bisschen schwieriger als der anderer Jugendlicher. Denn Alex ist zwar eine Frau, doch ihr Körper produziert so viele männliche Hormone, dass ihr Genital männlich aussieht. Alex, haben die Eltern bei der Geburt beschlossen, soll später selbst entscheiden, ob sie als Mann, Frau oder beides leben möchte. Gut beschützt haben sie ihren Sprössling bisher und sind jedes Mal umgezogen, wenn Gerüchte aufkamen. Doch nun hat Alex genug von der Geheimnistuerei, genug vom Umziehen, genug von den Hormonen, die sie schlucken muss. Vor kurzem hat sie ihrem Freund Vendo ihr Geheimnis verraten. Vendo hat dieses weiter erzählt und da kommen nun eines Tages die Buben aus der Umgebung, ziehen Alex die Hose herunter und gaffen: Es ist brutal und kann so nicht weiter gehen. Ergo lädt Mama über Ostern einen befreundeten Chirurgen samt Gattin und halbwüchsigem Sohn ein. Derweil die Erwachsenen diskutieren, ob man Alex nicht doch operieren soll, kommen sich die beiden Teenager auch körperlich näher.

Argentinien/Frankreich/Spanien 2007, 91 min, span. O.m.U. | Lucia Puenzo | Mit: Ricardo Darín, Valeria Bertuccelli, Martín Piroyansky, Inés Efron

„Mit fundiertem Wissen und viel Feingefühl greift die Argentinierin Lucía Puenzo in ihrem Spielfilmdebüt ein im Kino weitgehend tabuisiertes Thema auf. Man kann ihr vorwerfen, dass sie ihren Film etwas zu künstlerisch schön fotografiert habe, ihre Story etwas zu elaboriert sei. Hauptdarstellerin Inés Efron indes spielt Alex mit solch wilder Körperlichkeit und zugleich zarter Verletzlichkeit, dass jede Kritik müßig erscheint und ‚XXY‘ schlicht ist, was er - auch inhaltlich - ist: ein höchst eindrückliches Coming-of-age-Drama.“ (Irene Genhart, www.independent-pictures.ch)

„Leise und eindringlich, ohne Voyeurismus und mit größtmöglicher Sensibilität nähert sich Lucía Puenzo ihrer Figur an, fängt die Verwirrung von Alex genauso ein wie ihren jugendlichen Trotz und ihr pubertäres Aufbegehren.“ (kino-zeit.de)

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