Der die Zeichen liest

Ort und Zeit
  • Fr, 31. Mär 2017, ab 19.30 Uhr
  • Eintritt: 8,-
  • Kinosaal
  • Film

Eine böse Satire voll pechschwarzen Humors, die uns die Fallen aktueller Denkmuster gnadenlos vor Augen hält.

Wenn man früher als Teenager rebellieren wollte, hörte man Death Metal, ließ sich piercen und die Haare grün färben. In Kirill Serebrennikovs Uchenik (The Student) ist die Bibel das Mittel der Wahl. Venya (Pyotr Skvortsov) hat sie für sich entdeckt und sie faktisch auswendig gelernt. Denn, so stellt er schnell fest, wenn man ohne Kontext einfach einzelne Passagen aus der Bibel zitiert, kann man faktisch alles begründen und so gut wie jedes Argument zum eigenen Gunsten wenden. Und damit hat Venya plötzlich, was er will: Aufmerksamkeit und Macht.

Eigentlich ist er nämlich ein seltsamer Grübler und Ausgestoßener aus seiner Schulklasse. Doch schon bald finden alle seine Christennummer ziemlich cool, vor allem als er sich gegen die atheistische Biologielehrerin Elena (Viktoriya Isakova) wendet, die gegen religiösen Fanatismus und für Vernunft und Wissenschaft ist. Seine Mutter ist ebenfalls entsetzt, weiß aber gar nicht, wie sie darauf reagieren soll. "Ich wünschte, er würde Briefmarken sammeln oder die ganze Zeit onanieren, so wie normale Teenager", sagt sie einmal resigniert und lässt ihren Sohn dann doch alles durchgehen. Kino-zeit.de

Filmpreise:

Filmfestival Cannes 2016: François Chalais Award; Biografilm Festival in Bologna 2016: Publikumspreis; Europäischer Filmpreis 2016: Beste Filmmusik

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