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aktionstheater ensemble

aktionstheater ensemble

Kuratoren: Martin Gruber, Andreas Haim

 

ZIEL: Avantgardetheater zeigen. Eine Produktion pro Jahr mit ermöglichen. Dem Aktionstheater Wien/Dornbirn eine Bühne bieten. Aktuelle Themen (aus Leben & Politik) theatralisch aufarbeiten. Rahmenprogramm dazu bieten und Themen aus Sicht der Kultur für Publikum & Medien unausweichlich platzieren.

 

ORGANISATION: aktionstheater ensemble, Spielboden
REGIE: Martin Gruber

Für das aktionstheater ensemble ist es nach wie vor zentral, das Sprechtheater in jene Räume zu führen, in denen die Sprachlichkeit an den Körper zurückgebunden bleibt und umgekehrt die nonverbalen Ausdrucksträger den Code der Kultur prägen. Es gilt, »die Geschichten in den Köpfen des Publikums zu erreichen, dessen subjektiven Erlebens- und Assoziationsraum ins Spiel zu bringen« Der künstlerisch wie inhaltlich fortgeschrittene Diskurs um Mentalitäten, Sprechweisen und die physische Gestalt moderner Kollektive wird auch für die Spielzeit 2009 fortgesetzt.

 

Produktion 2010
ZORN
Wenn man glaubt, alle anderen sind mit dem „Schädel irgendwo angrennt“.
Wenn man denkt man müsste mal wieder bekifft sein, um die Welt als einen in sich stimmigen, geschlossenen Kosmos zu begreifen.
Wenn die letzte, selbständige Kolonie von Gehirnzellen mit Informationen zugebrettert wird, dann dann dann ….

Zorn tritt einerseits  als heftiger Ärger, wutartiger Affekt, als Jähzorn oder als Zornesausbruch auf, der zu unkontrollierten Handlungen oder Worten führen kann. Sein Ziel ist weniger die Vergeltung, sondern der deutliche Ausdruck von Unmut und Unzufriedenheit, mit dem Ziel, das Gegenüber unmissverständlich zu warnen. Bekannte Formen sind: Bürgerzorn, Volkszorn, heiliger Zorn, Wählerzorn. Ein Abend zwischen Brachialperformance und unter die Haut gehendem Theater über Zorn und Ohnmacht der Zivilgesellschaft.

 

Produktion 2009
Welche Krise?
Eine hyperthrophe Theater-Rock Maschine. Ein Abend für drei Frauen und eine Band, über das Gelingen und das Scheitern von Lebensentwürfen. Drei Schauspielerinnen des aktionstheater ensemble erzählen. Gnadenlos ehrlich in Echtzeit. Persönliche Krisen die sich am Ende alle ähnlich - oder gar keine - sind.

 

produktion 2008
HEIMAT
Dramolette zum Schenkelklopfen
 Junge Frauen, ein Autounfall, ein gesunder Mensch, ein Bergsteiger, ein menschenfreundlicher Mensch, junge türkische Autofahrer, ein Toter, der Weihnachtsmann, Flipper und Hakenkreuzplakate: „Heimat“: Dramolette zum Schenkelklopfen.
 Regisseur Martin Gruber und sein aktionstheater ensemble nehmen sich in ihrer jüngsten Produktion dem Thema „Heimat“ an. Ausgangspunkt sind Dramolette von Thomas Bernhard („A Doda“ und „Maiandacht“). Zwischen Komödie und Tragödie schwankend, wird ein Querschnitt durch die Gesellschaft gezeichnet. Ob einfache Leute, Nachbarinnen, junge Frauen sie alle werden zu einem kurzen beispielhaften Reigen gebeten, um schlussendlich mit demontierten Fassaden entlarvt wieder entlassen zu werden und dann darf man sich wundern und grausen, wie furchtbar Menschen denken können und wie sehr man trotzdem darüber lacht.
 In „A Doda“ scheint, wie der Name verspricht, der Tod eine wesentliche Rolle zu spielen. Zwei junge Frauen entdecken einen mit Packpapier zugedeckten Toten, die wildesten Spekulationen kreisen „mei Muatta hat allwei gsagt, a Mensch, der si umbringt, is a gfährlicher Mensch, aber dass weiss man erst, wann er sich  umbracht hat. Dass er a gfährlicher Mensch gwesn is. Doch die Beiden mutig entschlossen, gehen der Sache auf den Grund: „denn dem Tod muss man ins Auge schauen...“. Gleichsam als Variation greift „Maiandacht“ ebenso diesen Topos auf. Wieder steht ein Toter im Zentrum ihrer Rede. Unter dem Motto „über einen Toten soll nichts schlechtes gesagt werden“, versuchen die 2 jungen Frauen sich der guten Seiten des toten Herrn Geißrathners zu erinnern „er hat mir Kalium gegen das Zucken in meiner rechten Hand empfohlen“ auch wenn es von der Sensationsgier getrieben, verlockend ist, die dunklen Geschäfte des Verstorbenen zu diskutieren. Dass gerade ein Türke, ein junger frecher, der viel zu schnell mit seinem Auto dahergekommen ist, in den Verkehrsunfall verwickelt war kann den jungen Frauen nur recht sein: „Ob Türk oder Jugoslaw, san olle gleich, vergast gehörns, olle vergast“, denn schließlich „waren die die solchen Sprüch´ gwußt haben schon guat“.

 

Regie: Martin Gruber
Text: Thomas Bernhard (Dramolette „A Doda“, „Maiandacht“)
Musik: Stephan Sperlich
Bühnenbild:  Abdul Sharif Baruwa
Dramaturgie: Martin Ojster
Regieassistenz: Lukas Czech
Mit: Martina Ambach, Kirstin Schwab, Martin Ojster als Weihnachtsmann und Gäste

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