Schulkino

Kurator: Walter Gasperi

Der Spielboden Dornbirn präsentiert in Kooperation mit der Südwind Agentur eine besondere Auswahl von Filmen. Vier aktuelle und pädagogisch hochrelevante Filme wurden ausgewählt und können im Kinosaal des Spielbodens außerhalb des Abendspielbetriebs von Schulklassen oder Jugendgruppen gebucht werden.

Der Saal bietet Platz für maximal 50 Personen. Eine Vorstellung kostet mindestens 75 €, ab 15 Personen aber nur 5 € pro Person.

Anmeldung:
Die Spieltermine können während der Bürozeiten unter 05572 21933 oder spielboden@spielboden.at vereinbart werden.

 

Volksschule

Alfie, der kleine Werwolf

Regie: Joram Lürsen, NL/B 2011, 91 min

Mit seinen hellblonden Haaren und der runden Brille wirkt Alfie eher schüchtern und unscheinbar. Im Sport ist er schlecht, vom Nachbarjungen wird er gehänselt und von
seiner hübschen Mitschülerin kaum beachtet. Aber mit seinen fürsorglichen Adoptiveltern, die ihn aufgenommen haben, als er ihnen als Baby vor die Tür gelegt wurde und mit seinem etwas Кlteren Stiefbruder Timmie versteht er sich prächtig. Am Vorabend seines siebten Geburtstags, bei Vollmond, geschieht jedoch etwas Schreckliches mit ihm. Er verwandelt sich für eine Nacht in einen Werwolf mit spitzen Zähnen und er bekommt Heißhunger nach den Hühnern im Stall der strengen Nachbarin. Während diese alles daran setzt, den Werwolf zu fangen, befürchtet Alfie mehr noch, nun wegen seiner Andersartigkeit von den Adpotiveltern verstoßen zu werden.

Unterrichtsmaterialien:
www.visionkino.de/WebObjects/VisionKino.woa/wa/CMSshow/1187581?_highlight=alfie+werwolf+kleine+


Unterstufe


Deine Schönheit ist nichts wert

Regie: Hüseyin Tabak, A 2012, 85 min

Der zwölfjährige Veysel, halb Kurde, halb Türke, steckt in einem veritablen Schlamassel. Aufgrund seiner mangelnden Sprachkenntnisse ist er ein Problemschüler, aber die Aufenthaltsbewilligung seiner Eltern hängt von Veysels schulischen Leistungen ab. Veysel flüchtet sich in Tagträume und an die Seite von Ana, in die er heimlich verliebt ist. Als Veysel ein Gedicht auf Deutsch vortragen muss, bittet er seinen Nachbarn Cem um Hilfe. Der türkische Macho soll ihm dabei helfen, das Gedicht „Deine Schönheit ist nichts wert“ von Asik Veysel ins Deutsche zu übersetzen. Deine Schönheit ist nichts wert erzählt eine Geschichte über Integration und Identität aus dem Blickwinkel eines Zwölfjährigen. Hüseyin Tabak
gelingt es, sein brisantes Thema auch für junge ZuschauerInnen besonders aus dem Milieu der MigrantInnen einfühlsam und nachvollziehbar zu gestalten. Seine große Kunst besteht darin, die KomplexitКt des Themas immer im Auge zu behalten und familiäre, schulische und gesellschaftliche Realitäten abzubilden, ohne dabei thesenhaft oder belehrend zu wirken. Ganz nebenbei verhandelt der Film auch die Bedeutung von Kommunikation, sei nun verbal oder nonverbal. Das titelgebende Lied von Asik Veysel vereint dabei „alle Schicksale, alle Sprachen, alle Konflikte und alle Figuren.“ (Hüseyin Tabak)

Unterrichtsmaterialien:
www.kinomachtschule.at/filme/deineschoenheitistnichtswert.html


Unterstufe / Oberstufe


Das Mädchen Wadjda


Regie: Haifaa Al-Mansour, D/Saudi-Arabien 2011, 85 min

Die elfjährige Wadjda wünscht sich ein Fahrrad, um mit den Nachbarsjungen um die Wette fahren zu können. Als sie in einem Geschäft ein grünes Fahrrad entdeckt, bittet sie den Besitzer, das Objekt ihrer Begierde für sie zu reservieren – die 800 Rial will sie schon irgendwie auftreiben. Doch mit dem Verkauf selbstgeflochtener Armbänder und Mix-Tapes kommt sie nicht weit. Ihre illegalen Geschäfte fliegen auf, und man droht ihr mit dem Schulverweis. Ihre letzte Chance ist ein Koran-Wettbewerb, bei dem 1.000 Rial zu gewinnen sind. Wadjda stürzt sich in die mühevolle Aufgabe, Koran-Suren auswendig zu lernen und kunstvoll zu rezitieren. Das Mädchen Wadjda ist die erste große Filmproduktion in Saudi-Arabien überhaupt. Regisseurin Haifaa Al-Mansour erschlieІt uns mit ihrer Innensicht ein neues Verständnis für die dortige Kultur. Sie erlaubt Einblicke in ein Land und eine Kultur, die ihre Frauen vor den Blicken Fremder schützen will und deren Rechte auf radikale Weise unterdrückt. Mit kleinen Gesten und Handlungen erlaubt der Film jedoch seinen weiblichen Figuren, sich ein Stück weit zu befreien und für das einzustehen, was sie sich erträumen. (Filmbewertungsstelle Wiesbaden)

Unterrichtsmaterialien:
www.kinomachtschule.at/filme/maedchenwadjda.html


Akte-Grüninger. Geschichte eines Grenzgängers

Regie: Alain Gsponer, CH 2014, 90 min

Im August 1938 schliesst die Schweiz ihre Grenze für jüdische Flüchtlinge – ein Todesurteil. Doch nicht alle Beamten halten sich an die unmenschliche Weisung. Paul Grüninger nützt bürokratische Lücken und setzt aus moralischer Überzeugung alles auf Spiel. Paul Grüninger (1891-1972) wird zu Recht als „Oscar Schindler“ im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz in die Geschichte eingehen: Er rettet 2000 Menschen das Leben.

Der Film „Grüninger“ ist einerseits natürlich ein Zeitdokument über eines der grausamsten Verbrechen, das an der Menschheit je begangen wurde und welches auch das Land Schweiz erheblich und nachhaltig tangierte. Andererseits – und vor allem – ist es jedoch die Nacherzählung eines heldenhaften Stück Lebens, das sich selbst nie heroisch gesehen hat. Es ist die Geschichte eines Mannes, welcher sich in schwersten Zeiten gegen die Gesetze stellt, sich der eigenen Menschlichkeit verpflichtet und dabei Stellung, Ehre, Freundschaften und das Wohl der eigenen Familie aufs Spiel setzt. Keine Kriegserzählung, sondern die Geschichte eines Mannes, der inmitten der grössten Kriegswirren, den wichtigsten Kampf mit und gegen sich selbst austrägt und damit den bedeutendsten Krieg gewinnt: sich für das Gute einzusetzen.

Unterrichtsmaterialien:
www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/e_bibliothek/videos/akte-grueninger.geschichte-eines-grenzgaengers


Oberstufe


Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser

Regie: Urs Schnell, CH/D 2012, 94 min

Hierzulande müssen wir nur den Hahn aufdrehen und verfügen jederzeit über bestes Trinkwasser. Warum zahlen wir dennoch viel Geld für diese lebensnotwendige Ressource? Bottled Life deckt auf, wie Konzerne den Menschen Wasser als teures Lifestyleprodukt verkaufen, indem sie sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Quellen sichern. Journalist Res Gehriger verfolgt die Spur von Nestlé und lässt uns tief blicken in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser. „Bottled Life zeigt, wie der Konzern agiert, wenn man ihn lässt.“

„Erschütternde Machbarkeitsstudie“ (Zeit Online)
„Der Film macht deutlich, dass es an der Zeit ist, sich endlich Gedanken zu machen um den Rohstoff Wasser.“ (FAZ)
„Beklemmende und in keiner Weise verwässerte Analyse“ (Sonntags- Zeitung)

Unterrichtsmaterialien:
www.thimfilm.at/bottled-life

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