Swiss Chäzz & Chocolate Weekend

Schauen wir mal, wie es unseren Nachbarn geht! Denn eines ist sicher, die Schweizer exportieren nicht nur Käse und Schoggi, sondern auch hervorragenden CHÄZZ! Darum steht der 7. und 8. Februar ganz im Zeichen des Schweizer Jazz.

Die Szene westwärts von Zürich ist so bunt und spannend, dass ein einziger Abend nicht ausgereicht hätte. In Sachen Eigenständigkeit und Innovation haben die Eidgenossen eindeutig die Nase vorn!

Am Freitag startet das Kaos Protokoll: Flo Reichle (drums), Marc Stucki (sax), Benedikt Wieland (e-bass) Das Trio steht für kultivierten Wahnsinn. Der Crossover-Jazz der Berner Trios ist manchmal wild und hart, manchmal herzlich und eingängig, augenzwinkernd und skurril, immer aber durchtrieben von großer Einfallskraft.

Über Vera Kappler (piano) und Peter Conradin Zumthor (Schlagzeug) heißt es: „Was für ein berührender und gleichzeitig verstörender Mix aus Herzlichkeit und Abgründigkeit: So etwas hat man in dieser schlafwandlerisch-sicheren Art zuvor noch nie zu hören bekommen!“
Den Freitag-Abend schließt das Ghost Town Trio und zeigt, wie verrückt und schön Cover-Alben sein können. Es ist, als würde man sagen: Hört her, liebe Hörer, das sind die Elemente der Popvergangenheit, alles nicht mehr ganz neu und einiges davon vielleicht sogar verdorben: Aber wollen wir doch mal sehen, was sich damit nicht noch Wunderbares anstellen lässt. Ja, das «Ghost Town Trio» macht Coversongs. Und wie! Die drei Musiker fallen regelrecht über die Pophits her, um sie in neue Gefilde zu führen. Dabei haben Urs Vögeli (Gitarre), Lukas Mantel (Schlagzeug) und Claude Meier (Bass) keine Masche, die sie durchziehen, sondern einen immer wieder erneuerten eigenen Stil.

Am Samstag geht es weiter mit Schneller Toller Meier: Andi Schnellmann (Bass), Manuel Troller (Gitarre) und David Meier (Schlagzeug) spielen kompromisslose Musik zwischen freier Improvisation, Hardcore-Jazz und brachialer Rockmusik, zersägen jegliche Genre-Grenzen mit instrumentaler Wucht und spielen mit Bedacht das Herz gegen den Verstand aus. Die Musik des jungen Trios hört sich an wie vertonte Weltliteratur, bei der man einen Satz manchmal mehrmals lesen muss, um zu verstehen. Hat man dann verstanden, versteht man mehr. Den Abschluss macht dann der international renommierte Bieler Lucien Dubuis mit seinem Trio und dem Spacetett, einem Streichquartett, das gleichermaßen das Auge und die Ohren erfreuen wird – vier junge Damen, die den Kompositionen des Herrn Dubuis voll und ganz gerecht werden! Nicht nur Marc Ribot ist bekannt, dass Luciens Trio ein regelrechter Ear-Opener und swiss CHOCOLATE einfach unwiderstehlich ist!

Blogbeitrag vom 30. Jan 2014, gepostet von Michael Fritz

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